Digitale Souveränität: Unterschied zwischen den Versionen

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* europäische Cloud‑Lösungen stärken
* europäische Cloud‑Lösungen stärken
* hybride oder föderierte Infrastrukturen aufbauen
* hybride oder föderierte Infrastrukturen aufbauen
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Version vom 22. Juni 2026, 17:24 Uhr

Digitale Souveränität im Forschungsdatenmanagement beschreibt die Fähigkeit wissenschaftlicher Einrichtungen, ihre Forschungsdaten, technischen Systeme und digitalen Werkzeuge selbstbestimmt zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Entscheidend ist dabei, dass Forschungsprozesse nicht durch externe, kaum beeinflussbare technische oder organisatorische Abhängigkeiten eingeschränkt werden, sondern dass Einrichtungen handlungsfähig bleiben und ihre digitalen Ressourcen souverän gestalten können.

Selbstbestimmung über Forschungsdaten

Wissenschaftliche Einrichtungen behalten die Kontrolle über ihre Forschungsdaten und deren Lebenszyklus, d.h. von der Erhebung über die Verarbeitung bis zur Archivierung oder Löschung. Die Einrichtungen entscheiden selbst, wie die Forschungsdaten organisiert, dokumentiert, geteilt und langfristig gesichert werden.

Unabhängigkeit von externen Abhängigkeiten

Digitale Souveränität setzt voraus, dass zentrale FDM‑Prozesse nicht von schwer kontrollierbaren externen Dienstleistern oder proprietären Systemen bestimmt werden. Einrichtungen sollen somit auch vermeiden, dass technische Lock‑ins, geschlossene Standards oder unklare Geschäftsmodelle ihre Forschungsfreiheit einschränken.

Bedeutung für digitale Infrastrukturen

Digitale Souveränität heißt im Kontext von Google und anderen Big‑Tech‑Konzernen, dass Institutionen kritische digitale Infrastrukturen nicht vollständig von wenigen globalen Anbietern abhängig machen. Dazu gehören Cloud‑Dienste, Kollaborationsplattformen, Suchtechnologien und Analysewerkzeuge, die häufig proprietär sind.

Kontrolle über Forschungsdaten

Wenn Forschungsdaten in Big‑Tech‑Ökosystemen verarbeitet oder gespeichert werden, entstehen Abhängigkeiten hinsichtlich:

  • Speicherort und Datenzugriff
  • technischen Standards und Schnittstellen
  • Geschäftsmodellen und Nutzungsbedingungen

Reduktion von Lock‑in‑Effekten

Viele Big‑Tech‑Dienste sind so gestaltet, dass ein Wechsel zu alternativen Lösungen technisch oder organisatorisch erschwert wird.

Für das Forschungsdatenmanagement bedeutet das:

  • proprietäre Formate erschweren Datenmigration
  • integrierte Ökosysteme binden Nutzer langfristig
  • Abhängigkeiten wachsen mit jedem zusätzlichen Dienst

Digitale Souveränität setzt auf offene Standards, Interoperabilität und exit‑strategiefähige Systeme.

Rechtliche und geopolitische Rahmenbedingungen

Big‑Tech‑Anbieter unterliegen oft nicht‑europäischen Rechtsräumen:

  • Unsicherheiten bei Datenschutz und Compliance
  • mögliche Zugriffe durch ausländische Behörden
  • fehlende Transparenz über Datenflüsse

Digitale Souveränität bedeutet deshalb auch immer rechtliche Risiken minimieren und Datenverarbeitung in kontrollierbaren, europäischen Rahmenbedingungen sicherstellen.

Offene Alternativen stärken

Abhängigkeiten reduzieren und folgendes tun:

  • offene Software und offene Standards nutzen
  • europäische Cloud‑Lösungen stärken
  • hybride oder föderierte Infrastrukturen aufbauen