Digital Health Data
Digitale Gesundheit (Digital Health)
"Bei der digitalen Gesundheit handelt es sich um eine Reihe von Instrumenten und Diensten, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nutzen, um die Gesundheitsversorgung auf allen Ebenen zu unterstützen und zu verbessern, von Prävention und Diagnose bis hin zu Behandlung, Überwachung und Management."[1]
"Im Rahmen digitaler Interventionen im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung werden digitale (bzw. „neue“) Medien eingesetzt, die eine Multimedialität und damit die Integration unterschiedlicher Medien in eine digitale Präsentation (sogenannte Hypertextstruktur) und Interaktivität ermöglichen (Aufenanger, 1999, S. 62)."[2]
Digitale Gesundheitsversorgung und Pflege
https://health.ec.europa.eu/ehealth-digital-health-and-care_de
DiGA-Verzeichnis (Digitale Gesundheitsanwendungen)
https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Aufgaben/DiGA-und-DiPA/DiGA/_node.html
Einwilligung (Consent)
Der Datentransfer (z. B. aus Wearables, Apple Health) oder die Übertragung an Dritte erfordert eine ausdrückliche Einwilligung der Anwender.[3]
Gesundheitsdatennutzungsgesetz
"Mit dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) werden Gesundheitsdaten besser für die Forschung und Qualitätssicherung nutzbar gemacht. Das trägt auch zu einer besseren Versorgung bei. Das GDNG ist am 26. März 2024 in Kraft getreten."
ePA
"Um pseudonymisierte, strukturierte und repräsentative Daten für die Versorgung und Forschung zur Verfügung zu stellen, entwickelt das BMG das Forschungsdatenzentrum (FDZ) Gesundheit im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weiter. Das FDZ Gesundheit schafft einen geschützten und vertrauenswürdigen Raum (sogenannte Sichere Verarbeitungsumgebung) für die Nutzung der Abrechnungsdaten der gesetzlich Krankenversicherten sowie zukünftig der Daten aus elektronischen Patientenakten (ePA). Die Daten werden also auf einer sicheren Umgebung für die Forschung zugänglich gemacht, aber nicht herausgegeben. Das Ziel: eine bessere Gesundheitsversorgung für alle."[4]
Datenfreigabe aus der ePA für die Forschung
"Für die Erforschung von Krankheiten und deren Entstehung sowie für die Forschung zur Gesundheitsversorgung werden Gesundheitsdaten benötigt. Dafür sollen auch Daten aus der ePA genutzt werden. Die Forschung mit Daten aus der ePA kann neue Erkenntnisse zu Krankheiten und Behandlungen liefern und helfen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern."[5]
Gesundheitsdaten aus der ePA können sollen ab Oktober 2026 an das FDZ Gesundheit übertragen werden können.[6]
"Alle Daten innerhalb der ePA werden im Aktensystem pseudonymisiert, bevor diese dann an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ Gesundheit) weitergegeben werden. Das FDZ Gesundheit ist eine Einrichtung zur medizinischen Forschung in Deutschland, die am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelt ist. In Verbindung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) wird dann sichergestellt, dass sowohl die Identität der Versicherten als auch die der Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer - zum Beispiel der Ärztinnen und Ärzte - geschützt bleibt. Es werden keine Informationen zu Namen, Geburtsdaten oder Adressen an das FDZ Gesundheit weitergegeben."
EHDS
"Mit der EHDS-Verordnung soll ein gemeinsamer Rahmen für Nutzung und Austausch elektronischer Gesundheitsdaten in der gesamten EU geschaffen werden. Dank der Verordnung können Patientinnen und Patienten besser auf ihre personenbezogenen elektronischen Gesundheitsdaten zugreifen, und sie haben auch mehr Kontrolle darüber. Außerdem können bestimmte Daten für Zwecke des öffentlichen Interesses, der Unterstützung gesundheitspolitischer Maßnahmen und der wissenschaftlichen Forschung weiterverwendet werden. Die Verordnung unterstützt eine gesundheitsspezifische Datenumgebung zum Nutzen eines Binnenmarkt für digitale Gesundheitsdienste und -produkte. Darüber hinaus wird mit der Verordnung ein harmonisierter rechtlicher und technischer Rahmen für Systeme für elektronische Patientenakten (European Health Record Systems, EHR-Systeme) geschaffen, was Interoperabilität, Innovation und das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts fördert."[7]
Digitale Gesundheitsdatenkompetenz (Digital Health Data Literacy)
Dratva J, Schaeffer D, Zeeb H. Digitale Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland: Aktueller Stand, Konzepte und Herausforderungen [Digital health literacy in Germany: current status, concepts, and challenges]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2024 Mar;67(3):277-284. German. doi: 10.1007/s00103-024-03841-5. Epub 2024 Feb 5. PMID: 38315221; PMCID: PMC10927882. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10927882/
KI-Integration und Forschungsethik im Bereich Digital Health
Siehe: KI im Gesundheitswesen, EU.
Die Entwicklung und der Einsatz von KI in der Medizin erfordern den Zugang zu vielfältigen und hochwertigen Gesundheitsdaten, um eine genaue, stabile und gerechte Abbildung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Der europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem er die Sekundärnutzung elektronischer Gesundheitsdaten für Forschung und Innovation ermöglicht.[8]
Kurs: Digitale Medizin – Was ist ethisch verantwortbar?
Literatur zur digitalen Gesundheitsversorgung und (Forschungs-)Datenmanagement
Scherenberg, V. (2022). Digitalisierung in Prävention und Gesundheitsförderung. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden.
https://doi.org/10.17623/BZGA:Q4-i130-1.0
Cornejo Müller, A., Wachtler, B. & Lampert, T. (2020). Digital Divide – Soziale Unterschiede in der Nutzung digitaler Gesundheitsangebote. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, Ausgabe 63, S. 185−191. https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/11487/Digital%20Divide%20%E2%80%93%20Soziale%20Unterschiede%20in%20der%20Nutzung%20digitaler%20Gesundheitsangebote.pdf?sequence=1&isAllowed=y
Zhou, Y.; Li, X.; Chen, M.; et al. (2026). Comparative Effectiveness of AI-Assisted Telerehabilitation for Chronic Low Back Pain: A Bayesian Network Meta-Analysis. Journal of Medical Internet Research
Kumar, S.; Patel, R.; Nguyen, T.; et al. (2026). A scalable framework for evaluating health language models. npj Digital Medicine
Müller, A.; Richter, S.; van den Berg, L. (2026). Digital health technologies in medicine: evidence, AI integration, and ethical challenges. Infectious Agents and Cancer
Wang, Q.; Steiner, M.; Patel, S. (2026). Retinal biological age correlates with bone mineral density and fracture risk. PLOS Digital Health
Williams, T.; Mbaye, A.; Schuster, J. (2026). Centering equity during health technology innovation: A scoping review. Journal of Medical Internet Research
Schröder, J.; van der Meer, K.; Patel, R. (2026). The present and future of blended care: introduction to the B-FIT framework. npj Digital Medicine
Köhler, M.; Brandt, S.; Hofmann, T. (2026). Towards blended obesity care: An LLM-based nutrition coach on FHIR. TU Dresden Research Report
Berner, N., Busse, T.S., Ehlers, J.P. et al. Empowering informal caregivers of people living with dementia and enhancing digital health literacy through an extended digital intervention of the WHO iSupport manual: protocol for the project iDEM-Support. BMC Geriatr 26, 299 (2026). https://doi.org/10.1186/s12877-026-07123-4
- ↑ https://health.ec.europa.eu/ehealth-digital-health-and-care/digital-health-and-care_de
- ↑ https://leitbegriffe.bioeg.de/alphabetisches-verzeichnis/digitalisierung-in-praevention-und-gesundheitsfoerderung/
- ↑ https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Medizinprodukte/diga_leitfaden_aenderung_markiert.pdf?__blob=publicationFile
- ↑ https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/digitalisierung/daten-fuer-die-forschung-und-versorgung
- ↑ https://gesund.bund.de/datenfreigabe#einleitung
- ↑ https://www.tk.de/techniker/versicherung/digitale-angebote/elektronische-patientenakte-tk-safe/elektronische-patientenakte-forschungsdatenspende-2190328#ab-wann-koennen-meine-daten-der-forschung-zur-verfuegung-gestellt-werden
- ↑ https://health.ec.europa.eu/ehealth-digital-health-and-care/european-health-data-space-regulation-ehds_de
- ↑ https://health.ec.europa.eu/ehealth-digital-health-and-care/artificial-intelligence-healthcare_de