Humanwissenschaftliche Forschungsdaten
Humanwissenschaftliche Forschungsdaten umfassen alle Daten, die in Disziplinen wie Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Anthropologie oder Linguistik entstehen oder genutzt werden, inkl. qualitative Materialien wie Interview‑ und Beobachtungsdaten ebenso wie quantitative Messwerte, Testdaten, Audio‑/Videomaterial, digitale Artefakte und Forschungssoftware.
Datenarten
Datenarten in der Humanmedizin umfassen sämtliche Informationen, die im klinischen Alltag, in der Diagnostik, in der medizinischen Forschung und in der Gesundheitsversorgung entstehen. Dazu zählen klinische Routinedaten wie elektronische Patientenakten, Anamnesen, Diagnosen, Therapieverläufe und Medikationsangaben. Ebenso gehören Labor- und Messdaten dazu, darunter Blutwerte, Urinanalysen, Vitalparameter und Ergebnisse der Funktionsdiagnostik. Einen zentralen Bereich bilden bildgebende Daten aus Verfahren wie MRT, CT, Röntgen, Ultraschall oder PET, die häufig in standardisierten Formaten vorliegen.
Auch entstehen genomische und molekulare Daten, etwa DNA‑ und RNA‑Sequenzen sowie Proteomik‑ und Metabolomikdaten. In der medizinischen Forschung werden zudem umfangreiche Studien- und Registerdaten generiert, die aus klinischen Studien, Kohortenprojekten oder Krankheitsregistern stammen.
Ergänzend kommen patientenberichtete Daten hinzu, beispielsweise Angaben zur Lebensqualität oder zu Symptomen, sowie Daten aus Biobanken, die Probeninformationen, Begleitdokumentation und Einwilligungen umfassen.
- Qualitative Daten — Interviewtranskripte, Gesprächsaufzeichnungen, Feldnotizen, Beobachtungsprotokolle
- Quantitative Daten — Messreihen, Testwerte, experimentelle Daten
- Digitale Medien — Audio‑ und Videoaufnahmen, Bilder, Screencasts
- Software & Tools — Forschungssoftware, Skripte, Pipelines, digitale Workflows
Digitale Gesundheitsdaten aus der Humanmedizin und Forschungsdatenmanagement
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens haben digitale Gesundheitsdaten längst an Bedeutung gewonnen (Stand: Sommer 2026), darunter Daten aus Wearables, Gesundheits‑Apps, Telemedizin und sensorbasierten Anwendungen.
Es entstehen auch administrative Daten wie Abrechnungsinformationen, Fallzahlen und Versorgungsstatistiken. Alle diese Datenarten sind hochsensibel, häufig komplex strukturiert und unterliegen strengen rechtlichen und ethischen Anforderungen, sodass ein professionelles Forschungsdatenmanagement für ihre sichere Nutzung, Dokumentation und langfristige Verfügbarkeit unerlässlich ist.
Weiterführende Themen
- Datenqualität
- Metadaten(standards)
- Ethik, Forschungsethik & Datenschutz
Literatur
Redaktion von forschungsdaten.info. „Forschungsdatenmanagement in der Medizin“. forschungsdaten.info, 05. Juni 2026. https://forschungsdaten.info/fdm-nach-disziplinen/medizin
https://www.bmftr.bund.de/DE/Forschung/Gesundheit/TechnikUndTechnologien/ForschungMitGesundheitsdaten/forschungmitgesundheitsdaten_node.html (Zugriff am 15.07.2026)
Yorulmaz M, Avdan M. An examination of data management in digital health processes from a societal perspective. BMC Health Serv Res. 2025 Dec 2;26(1):24. doi: 10.1186/s12913-025-13825-z. PMID: 41327314; PMCID: PMC12777352.