Wissenschaftskommunikation Forschungsdatenmanagement
Forschungsdatenmanagement (FDM) und Wissenschaftskommunikation (WissKomm) gehen Hand in Hand.
Das FDM sorgt im Hintergrund für die saubere Strukturierung, Verarbeitung und Archivierung der Forschungsdaten. Die WissKomm kann diese Daten ans Licht bringen und macht sie verständlich, sei es für die Fachwelt oder für die breite Öffentlichkeit, Medien und Politik.
Ein starkes FDM macht wissenschaftliche Kommunikation transparent, nachvollziehbar und glaubwürdig.
Das Zusammenspiel von Wissenschaftskommunikation (WissKomm) und Forschungsdatenmanagement
Das Spektrum reicht von der fachinternen Kommunikation innerhalb der Scientific Community bis hin zur externen WissKomm für Öffentlichkeit, Politik und Medien. Ein qualitativ hochwertiges FDM bildet somit das unentbehrliche, empirische Fundament für eine glaubwürdige, transparente und auf Fakten basierende Wissenschaftskommunikation.
Zentrale Dimensionen und Synergien
Die Schnittstellen und Synergien zwischen beiden Disziplinen lassen sich im wissenschaftlichen Alltag in unterschiedlichen Bereichen beobachten.
Der erste Bereich betrifft die interne Fachkommunikation. Hier sorgt das FDM durch das Bereitstellen von Rohdaten, Metadaten und Code nach den FAIR-Prinzipien in offenen Repositorien für die technologische Basis. Die Wissenschaftskommunikation unterstützt diesen Prozess fachintern, indem sie die Sichtbarkeit dieser Datensätze erhöht und Zitationen fördert. Dies sichert die Replizierbarkeit von Forschungsergebnissen und stärkt den wissenschaftlichen Diskurs.
Ein zweiter Bereich liegt in der externen Vermittlung und dem Public Engagement. Wo das FDM komplexe Datenbestände strukturiert und aggregiert, setzt die Wissenschaftskommunikation an, um diese Daten zu übersetzen, in verständliche Narrative einzubetten oder durch interaktive Dashboards und Infografiken zu visualisieren. Dies stärkt das gesellschaftliche Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse und bietet eine verlässliche Faktenbasis gegen Desinformation.
Ein dritter Bereich umfasst auch Citizen Science (Bürgerwissenschaft). FDM-Infrastrukturen ermöglichen es den Bürgern überhaupt erst, Daten standardisiert und valide zu erheben. Die Wissenschaftskommunikation übernimmt hierbei die Aktivierung, Motivation und Anleitung der Teilnehmenden und steuert den kontinuierlichen Rückkanal für Zwischen- und Endergebnisse.
Data Literacy (Datenkompetenz): Während das FDM durch Best Practices, Dokumentationen und Standards das methodische Gerüst bereitstellt, bereitet die Wissenschaftskommunikation diese Kompetenzen didaktisch für die breite Öffentlichkeit auf. Dies befähigt die Gesellschaft, datenbasierte Argumente, beispielsweise in der Klimaforschung oder Medizin, besser einzuordnen und zu verstehen.
Strategische Bedeutung und institutionelle Umsetzung
Große Forschungsförderer sehen eine enge Verzahnung beider Bereiche. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert in ihren Leitlinien standardmäßig detaillierte FDM-Konzepte. Gleichzeitig stärkt sie in ihren Positionspapieren die Bedeutung der Wissenschaftskommunikation als festen Bestandteil des wissenschaftlichen Auftrags. Projekte, die ihre Forschungsdaten offenlegen (Open Data) und diese über innovative Kanäle wie Datenjournalismus oder multimediale Plattformen vermitteln, erzielen nachweisbar einen höheren gesellschaftlichen und akademischen Impact.
Die FDM-Infrastrukturen liefern im Idealfall persistente Identifikatoren (wie DOIs), die eine exakte Referenzierung der Forschungsdaten in Pressemitteilungen erlauben.
Herausforderungen
Die Wissenschaftskommunikation muss Menschen ohne Vorwissen zu erreichen.
Weblinks und Literatur
- Wissenschaft im Dialog (WiD): Portale und Richtlinien für datenbasierte Wissenschaftskommunikation